Chelenalp Geschichte

Die Chelenalphütte

Chelenalphütte - Clubhütte des SAC Sektion Aarau

Erstbau Chelenalphütte 1903

Wie bei anderen SAC-Sektionen war auch in der Sektion Aarau das Streben vorhanden, irgendwo in den Bergen eine eigene Clubhütte zu besitzen. Schon in den Versammlungen von 1900 wurde die Clubhüttenfrage besprochen und es kam sogar ein bescheidener Hüttenfonds zustande. Viel zu reden gab die Platzfrage. 1902 entschied man sich für den Standort Kehlenalp (Chelenalp), nachdem auch das obere Maggiatal ernsthaft im Gespräch war.

Im August wurde 1903 mit dem Bau begonnen, bereits am 6. September fand die Einweihung der Chelenalphütte statt. Die Kosten beliefen sich auf Fr. 6500.-- davon fielen Fr. 2100.-- allein auf Transportausgaben. Die Hütte bot Raum für 25 Personen. Die Pritschen waren mit Bergheu belegt und warme Wolldecken ergänzten die Ausrüstung. Ein grosser Ofen diente zum Heizen und Kochen. Die Besucherzahlen bewegten sich von 318 Personen im ersten Jahr bis zu 600 in den je folgenden Jahren.

 

Neubau Chelenalphütte 1926

Trotz den Wirren des Ersten Weltkriegs entstanden in der Region weitere SAC-Hütten, so 1914 die Sustlihütte, 1916 die Dammahütte und 1918 die Albert-Heim-Hütte. Man rechnete damit, dass nach dem Krieg die Frequenz zunehme. Auch zu einer Erweiterung der Chelenalphütte wurden in dieser Zeit erste Überlegungen angestellt, die 1923 zur Gründung einer Hüttenbaukommission führte. Sie entschied sich für einen völligen Neubau, diesmal einen massiven Steinbau. Vor allem durch Zuwendungen eines holländischen SAC-Mitgliedes, des Industriellen Dr. J. Moll von Charante aus Voorschoten bei Leiden, und weiterer Spenden konnte der Neubau der Chelenalphütte finanziert, im Sommer 1926 durchgeführt und am 3. Oktober 1926 eingeweiht werden. Das Material wurde mit Maultieren von Göschenen ins Chelenalptal transportiert. Für das letzte Steilstück zum Bauplatz musste aber der Mensch selber zupacken und die Lasten auf dem Rücken hinauftragen. Ein grosser Teil der Transporte wurde von der Säumerrekrutenschule in Andermatt unentgeltlich übernommen. Die gesamten Baukosten für die Hütte und den Innenausbau beliefen sich auf Fr. 55'000, davon entfiel fast ein Viertel auf die Transportkosten.

Nach dem Bau der neuen Hütte nahm die Besucherzahl in den folgenden Jahren stark zu. Von 1927 bis 1945 logierten 22'487 Touristen in dem Bergheim, d.h. im Schnitt 1100 bis 1300 pro Jahr, obwohl keine Fahrstrasse zur Göscheneralp existierte und die Marschzeit von Göschenen zur Hütte 5 Stunden beträgt. Auch in den Kriegsjahren von 1939 bis 1945 blieb die Frequenz konstant. Für 90% der Besucher war das Sustenhorn das begehrte Tourenziel. Hauptnutzer waren der Turnverband der Kantonsschule und Firmenausflüge. 1936 wurde an der Stützmauer auf dem Hüttenvorplatz eine Bronzetafel angebracht zum Angedenken an Dr. Albert Tschopp, den 1942 verstorbenen Ehrenpräsidenten der Sektion.

Als erste Etappe des Wasserkraftwerkbaus im Göschenertal wurde 1952 mit dem Bau einer 11 Kilometer langen Fahrstrasse von Göschenen bis zur Göscheneralp begonnen. Auf Wunsch der Alpkorporation wurde der Weg 150 m über dem See auf der linken Bergflanke angelegt und nicht am See entlang. Von 1955 bis 1960 wurde der Staudamm errichtet, anschließend der Göscheneralpsee gestaut. Die Bewohner der Hinteralp wurden ins Gwüest umgesiedelt. Was von der ehemaligen Göscheneralp noch vorhanden war, versank für immer in den Fluten.

1966 und 1967 wurden verschiedene Ausbau- und Renovationsarbeiten vorgenommen. Erstmals wurde das Material mit dem Helikopter zur Hütte geflogen. Die gesamten Kosten für beide Bauetappen beliefen sich auf Fr. 50`000, d. h. annähernd so viel wie 1926 der Neubau gekostet hatte.

1972 erfolgte ein weiterer Ausbau. Ferner wurde von der Hütte westwärts bis zum Chelengletscher ein 800 m langer Weg angelegt, der den Zugang zum Gwächtenhorn-West- und Südgrat wesentlich erleichterte. 1982 begann in der Chelenütte das elektrische Zeitalter mit dem Einbau einer Solaranlage und einer Funkanlage zur Verbesserung der Bergrettungsmöglichkeiten.